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Parodontitis

Die bakterielle Zahnfleischentzündung ist weit verbreitet. Kommen Sie zu uns, wenn Ihr Zahnfleisch sich verändert. Im Anfangsstadium können wir die Parodontitis einfach behandeln.

Volkskrankheit Parodontitis

Die Parodontitis (auch bekannt als Parodontose) ist eine chronische Erkrankung des Zahnhalteapparats. Verursacht wird sie durch Bakterien, die von Nahrungsresten im Mundraum leben. Ihre Stoffwechselprodukte bilden mit der Zeit Plaque auf den Zahnoberflächen, die sich unbemerkt in die Zahnfleischtaschen ausbreiten kann. Daraus entwickelt sich bei manchen Patienten eine schleichende Zahnfleischentzündung (Gingivitis). Bleibt diese unbehandelt, kann sie sich zu einer Parodontitis entwickeln und den gesamten Zahnhalteapparat angreifen.

Zahnarztpraxis Carta Müller

Auch wenn dies drastisch klingt, ist es wichtig zu wissen: Die Parodontitis ist im Anfangsstadium nicht mit Schmerzen verbunden. Daher bemerken viele Patienten die Zahnfleischentzündung gar nicht. Wir achten während der regelmäßigen Prophylaxe besonders auf erste Anzeichen einer Parodontose und empfehlen insbesondere Patienten mit Zahnbelägen eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung zur Vorbeugung.

Ob und wie stark eine Parodontose auftritt, ist aber auch eine Frage der individuellen Immunabwehr. Es handelt sich um eine multifaktorielle Erkrankung, die sich bei jedem Menschen anders auswirkt. Eine gesundheitliche Schwächung geht meistens auch mit einer erhöhten Anfälligkeit einher. So haben zum Beispiel Raucher und Diabetiker ein erhöhtes Risiko für eine Parodontitis. Aber auch bestimmte Zahnfehlstellungen führen zu tiefen Zahnfleischtaschen und erhöhen das individuelle Risiko.

Wann besteht der Verdacht auf eine Parodontitis?

Sie können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, eine Parodontitis frühzeitig zu erkennen. Neben der regelmäßigen Prophylaxe sollten Sie auch immer einen Termin in unserer Zahnarztpraxis ausmachen, wenn Sie gerötetes oder sogar blutendes Zahnfleisch feststellen, wenn Ihre Zahnhälse empfindlicher werden oder wenn plötzlich Mundgeruch (Halitosis) auftritt. All dies können Anzeichen für eine Parodontitis sein.

Es ist entscheidend, dass wir so früh wie möglich mit der Behandlung beginnen. Eine Therapie im Anfangsstadium ist für Sie wesentlich unkomplizierter und erspart Ihnen zudem unangenehme Folgeschäden. Denn eine zu spät behandelte Parodontose schädigt den Zahnhalteapparat nachhaltig. Wenn sich das entzündete Zahnfleisch zu stark zurückzieht, kann dies zur Lockerung der Zähne und bis hin zum Zahnverlust führen.

Wir behandeln eine Parodontose in drei Phasen:

Paradontitis

1. Die Vorbehandlung

Reinigung von Zähnen und Zahnfleischtaschen

Der erste Schritt unserer Parodontitis-Behandlung besteht in der Reinigung der Zähne und der Zahnfleischtaschen. Hierfür kommen die gleichen Methoden zum Einsatz wie für die professionelle Zahnreinigung. In unserer Praxis haben Sie die Wahl zwischen der herkömmlichen PZR und unserem EMS Airflow Prophylaxis Master. Dieser arbeitet durch ein innovatives Verfahren mit Ultraschall besonders sanft und angenehm. Wenn Sie darüber hinaus den Wunsch nach einer effektiven Schmerzausschaltung haben, sprechen Sie uns bitte darauf an.

Je nachdem wie viele Zähne betroffen sind und wie stark das Zahnfleisch entzündet ist, benötigen wir für die Vorbehandlung mehr als einen Termin. Eine abgeschlossene Vorbehandlung ist die Voraussetzung dafür, dass die Krankenkasse im Anschluss die Kosten für die Parodontitis-Behandlung übernimmt.

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2. Geschlossenes oder offenes Verfahren

Geschlossenes Verfahren bei Parodontitis - Antiinfektiöse Therapie

Das geschlossene Verfahren der Parodontitis-Behandlung besteht aus einer antiinfektiösen Therapie. Hierbei werden unter leichter Betäubung alle harten und weichen Beläge, einschließlich derer unterhalb des Zahnfleisches, entfernt. Diese Beläge können durch eine PZR nicht erfasst werden. Wir reinigen auch die Zahnfleischtaschen gründlich und glätten freiliegende Zahnwurzeln mit Ultraschallwellen, falls notwendig.

Nach der Behandlung erfolgt eine Desinfektion des gesamten Mundraums mit einer antibakteriellen Spüllösung (Full mouth Disinfection), um die Anzahl der Bakterien zu reduzieren. Das geschlossene Verfahren reicht bei einer leichten Parodontitis meistens aus, um die Erkrankung zu behandeln. Wir vereinbaren regelmäßige Kontrolltermine, um die Heilung des Zahnfleisches zu beurteilen. Sollte diese Behandlung jedoch keinen stabilen Erfolg gebracht haben, kann es notwendig sein, das offene Verfahre n anzuschließen.

Offenes Verfahren bei Parodontitis - Chirurgische Behandlung

Das offene Verfahren ist bei einer fortgeschrittenen Parodontitis-Erkrankung unvermeidbar. Manche Patienten besitzen eine Veranlagung für besonders tiefe Zahnfleischtaschen oder ungünstige Zahnformen, die ohne Operation nicht gereinigt werden können. Unter lokaler Betäubung können wir durch die chirurgische Behandlung betroffene Zahnfleischtaschen entfernen und tiefer liegende Wurzeln reinigen und glätten. Nach dem Eingriff vernähen wir den Zahnfleischschnitt, um das Zahnfleisch eng am Zahn anliegen zu lassen und die Bildung neuer Zahnfleischtaschen zu verhindern.

Je nach Umfang der Operation kann es notwendig sein, die Regeneration des Zahnhalteapparates zu unterstützen oder plastische Operationen zur Wiederherstellung von Zahnfleisch oder Kieferknochen durchzuführen. Wir beurteilen die Möglichkeiten der regenerativen Parodontalchirurgie aber sorgfältig für jeden Einzelfall.

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3. Die Nachsorge

Recall-Intervall nach der Parodontitis-Behandlung

Nach der Parodontitis-Behandlung und insbesondere nach einem chirurgischen Eingriff folgt ein individuelles Recall-Intervall: Bei diesen regelmäßigen Kontrollterminen überwachen wir die Heilung des Zahnfleischgewebes über einige Monate.

Zu dieser Verlaufskontrolle gehören auch bei Bedarf Nachreinigungen und Nachmessungen an den betroffenen Zähnen und am Zahnfleisch.

Damit der Erfolg einer aufwändigen Parodontitis-Behandlung lange erhalten bleibt, ist eine regelmäßige Prophylaxe in unserer Praxis in Kombination mit professioneller Zahnreinigung und das regelmäßige häusliche Zähneputzen unverzichtbar.

Da die Parodontose eine chronische Krankheit ist, die nicht geheilt, sondern nur verlangsamt werden kann, müssen betroffene Patienten besonders gewissenhaft zur Prophylaxe in unsere Zahnarztpraxis kommen.

Wir beraten Sie dort gerne zu allen Fragen rund um die richtige Mundhygiene und zur gesunden Ernährung, damit Sie trotz Parodontitis möglichst lange beschwerdefrei bleiben.

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Fragen zur Paradontitis? Dann sind sie bei uns genau richtig. 

FAQ - Häufige Fragen zu Parodontitis

01. Was passiert, wenn eine Parodontitis nicht behandelt wird?
Die Zahnfleischentzündung kann sich auf die Zahnwurzeln und auf den Kieferknochen ausweiten und bis hin zum Zahnverlust führen. Eine Parodontitis beeinträchtigt aber auch den gesamten Körper und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bei Schwangeren das Risiko für eine Frühgeburt.
02. Müssen Parodontitis-Patienten die PZR selbst bezahlen?
Seit 2021 wird die Nachbehandlung inklusive professioneller Zahnreinigung für eine Dauer von zwei Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. PZR vor der Parodontitis-Behandlung sowie nach den zwei Jahren sind entweder eine Eigenleistung oder können bei vielen Zusatzversicherungen zur Erstattung eingereicht werden.
03. Was muss man nach einer Parodontose-OP beachten?
Nach dem Eingriff können Sie zwar nach Hause gehen, sollten sich ansonsten aber schonen. Wenn möglich, sollten sie anfangs auch auf Zigaretten, Alkohol, Kaffee oder schwarzen Tee verzichten. Bitte kommen Sie umgehend in unsere Zahnarztpraxis, wenn Sie stärkere Schmerzen verspüren oder Nachblutungen beobachten.
04. Können auch Patienten mit Zahnimplantaten betroffen sein?
Es gibt tatsächlich eine Parodontitis der Implantate: die sogenannte Periimplantitis. Hierbei entzündet sich das Gewebe oder sogar der Knochen rund um das Implantat. In einem fortgeschrittenen Stadium bildet sich der Knochen zurück und das Implantat hält nicht mehr. Deswegen ist auch für Patienten mit Implantaten die regelmäßige Prophylaxe samt PZR so wichtig.